Goldsucher

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Hin- und Hergedicht mit Konrad Bärtschi
zum Thema Gold

Gestern habe ich Gold gefunden
hinterm gemalten Regenbogen
hob ich es auf
als es blinkend nach mir rief.
Heute habe ich es verloren,
hinter goldenen Wolken
scheint der Regenbogen
seine Farben zu verwischen.
Morgen ist alles ganz verloren
hinter goldenen Bergen
auf die ich suchend steige
der Regenbogen längst verblasst.

© Ricarda Righetti

Frühlingsumarmung

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Hin- und Hergedicht mit Konrad Bärtschi
zum Thema Baum

Dort, an dem Baum
gleich hinter der grünen Bank,
bei der es nach
grünem Gras, Bier und Smog duftet
kotzte sich eben jemand aus.
Lautstark und schier endlos
entleerte er sich in die Efeubepflanzung
den Arm stützend um den Stamm gelegt
– eine innige Frühlingsumarmung.

© Ricarda Righetti

Überbleibsel

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Hin- und Hergedicht mit Konrad Bärtschi
zum Thema Einsames Haus

Wenn das Licht erlischt
weicht die Einsamkeit
abenteuerlichen Reisen,
großen Gefühlen,
so vielen Leben
– bunten Traumbildern,
kaum erreichbar, schwindend
wenn die Nacht endet
und nichts bleibt,
außer dem einsamen Haus.

© Ricarda Righetti

Schleudergang

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Alles in mir ist taub
ich fühle nichts und möchte
mein Herz umstülpen,
alles darin ausschütten,
herausschütteln, wachrütteln,
neu verweben, neu verkleben,
alles Alte herausheben.
Will in Spiegelwelten fliehen
durch mich selbst hindurchziehen
alles in dunkle Pfützen stoßen
brüllend in die Sterne fluchen,
im Dunkeln meinen Schmerz suchen
und ihn weit von mir werfen.

© Ricarda Righetti

Folgeschatten

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Die Nacht ist fort,
vorbeigezogen in wilden,
warmen Bildern
aus Havelduft, Sturmgesang
Hefelachen, Umarmungsschweiß.
Im Morgennebel flieht das alles
in die kalte Wirklichkeit
dringen schwere Schatten,
von allem was hätte, könnte, sollte
doch nicht ist, niemals wird.
Sie bleiben für den Tag,
schneiden vernarbte Wunden auf,
sprengen Mauern um alte Träume,
bringen Chaos
bis die Nacht sie wieder
zu sich nimmt.

© Ricarda Righetti

Beidseitig

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Dieses Lied
bewegt uns beide.
Doch wenn es spielt
denke ich an dich
und du an sie.
Du lässt nicht los,
weil du nicht willst
oder nicht kannst,
ich lasse los,
weil ich muss.
Der Schmerz bleibt
auf beiden Seiten.

© Ricarda Righetti